Eichhörnchen-Jungtier in kritischem Zustand aufgefunden
Klarenthal, Am Springshaus 5 · Einsatz um 17:30 Uhr
Zusammengekauert im Gras – ein Leben auf der Kippe
Am Nachmittag des 25. April 2026 wurde uns ein Eichhörnchen-Jungtier gemeldet, das reglos im Gras eines Privatgrundstücks in Klarenthal lag. Gegen 17:30 Uhr trafen wir am Fundort in der Straße Am Springshaus 5 ein.
Das kleine Tier hockte zusammengekauert und kaum ansprechbar im Gras. Auf Annäherung zeigte es so gut wie keine Reaktion – ein deutliches Warnsignal, das auf einen äußerst geschwächten Allgemeinzustand hinwies.
Behutsam in gute Hände
Das Jungtier wurde sorgfältig in eine Transportbox gesetzt und mit einer Wärmequelle versorgt. Jeder unnötige Reiz – Lärm, Bewegung, Licht – wurde vermieden, um den ohnehin erschöpften kleinen Körper nicht weiter zu belasten.
Jede Sekunde zählt, wenn ein Wildtier in diesem Zustand ankommt. Die schnelle Übergabe an einen erfahrenen Ort kann über Leben und Tod entscheiden.
Unverzüglich brachten wir das Tier zur Kleintierauffangstation Manuela Schuster, wo die weitere Untersuchung und Erstversorgung stattfinden konnte.
Die Ursache: Zähne, die kein Fressen erlaubten
Die erfahrene Stationsleiterin Manuela Schuster untersuchte das Tier eingehend. Dabei kam sie einer Ursache auf die Spur, die so verborgen war wie sie folgenreich ist:
Die unteren Schneidezähne des Tieres waren massiv überwachsen und wuchsen in den Gaumen ein – eine sogenannte Malokkusion. Durch diese Fehlstellung war es dem Jungtier schlicht unmöglich, Nahrung aufzunehmen. Dehydration und Abmagerung waren die direkte Folge.
Bei Nagetieren wachsen die Schneidezähne ein Leben lang. Normalerweise schleifen sie sich durch das Nagen an harten Materialien selbst ab. Wenn dies durch Fehlstellung nicht gelingt, werden die Zähne zum lebensbedrohlichen Problem – oft, ohne dass es von außen sichtbar ist.
Behandlung und Pflege
Sofort nach der Diagnose wurden die überwachsenen Zähne fachgerecht gekürzt. Parallel dazu erhielt das Tier eine Infusionstherapie, um den schweren Flüssigkeitsmangel auszugleichen, sowie geeignete Nahrungsergänzung in passierter Form.
Das Jungtier befindet sich nun in der Intensivpflege der Kleintierauffangstation. Eine Auswilderung ist das Ziel – sobald der Gesundheitszustand es erlaubt.
