Gegen 18:50 Uhr wurde ich über den Tiernotruf Saarland informiert, dass ein Igel in einer Waschbetonmauer festhängt und sich weder vor- noch zurückbewegen kann. Um das benötigte Spezialequipment exakt abzustimmen, bat ich die Anruferin, mir vorab ein Foto per WhatsApp zu senden. Als das Bild kam, war mir sofort klar: Das wird kein leichter Einsatz. Das Tier steckte im Loch des untersten Steins der Mauer fest. Ich musste also schweres Gerät wie Flachspreizer, Hammer, Meißel und diverse Schienen einpacken.
Vor Ort zeigte sich das ganze Ausmaß der Misere: Der Igel steckte komplett im Stein fest – vorne war nur der Kopf zu sehen, hinten das Hinterteil samt Beinen. Nach kurzer Rücksprache mit der Eigentümerin, ob hier auch etwas beschädigt werden darf, bekam ich das „Go“.
Nun ging es an die reine Muskelarbeit: Mit Hammer und Meißel entfernte ich zuerst die Deckplatte der Mauer. Anschließend musste ich jeden einzelnen großen Stein mühsam aus der Mauer nehmen und den Mörtel herausschlagen. Um den Igel vor den massiven Erschütterungen und Splittern zu schützen, polsterte und schützte ich ihn während der gesamten Arbeit mit einem Handtuch. Nach 20 Minuten war der betroffene Stein endlich freigelegt und ich konnte ihn samt Igel aus der Mauer heben.
Nun folgte die millimetergenaue Feinarbeit. Ich musste den Stein spalten, ohne das Tier ernsthaft zu verletzen. Ein Steinschneider wäre hier natürlich perfekt gewesen, gehört aber leider noch nicht zu meinem Equipment. Also schlug ich mit Hammer und Meißel vorsichtig eine Rille in den Stein, sodass er genau am Loch brach, ohne den Igel durch den Meißel zu verletzen. Eine absolute Sisyphusarbeit! Doch letztendlich gab der Stein nach und brach genau wie gewollt – der Igel war nach gut 30 Minuten befreit.
Um seinen Stress zu minimieren, setzte ich ihn sofort in eine unserer speziellen Boxen vom Tiernotruf Saarland, die ganz dunkel und stressreduzierend sind. Anschließend informierte ich die Igelhilfe Hochwald, ob sie Kapazitäten frei haben. Die Dame, die eventuell sogar tragend ist, habe ich dann zur weiteren Versorgung nach Losheim verbracht.
Alles in allem ein perfekt funktionierender Einsatz, der jede Menge Muskelkraft forderte. Ein absolutes Happy End für die Igel-Dame… wenn auch leider nicht für die Waschbetonmauer. 







