PRESSEMITTEILUNG
Völklingen, den 18. Januar 2026
Der Tiernotruf Saarland e.V. schlägt Alarm: Seit dem Aufnahmestopp des Tierheims Saarbrücken am 01.01.2026 ist die Versorgung von Tieren in Notlagen im Saarland faktisch nicht mehr flächendeckend gewährleistet. Der Verein kritisiert eine zunehmende Untätigkeit der Kommunen sowie eine intransparente Vergabe von Fortbildungschancen durch die Landespolitik, während das Ehrenamt unter der Last der Verantwortung zerbricht.
Die Situation für den Tierschutz im Saarland hat im Januar 2026 einen kritischen Tiefpunkt erreicht. Durch den Wegfall von Kapazitäten im zentralen Tierheim Saarbrücken stehen Hilfsorganisationen vor ungelösten Problemen, bei denen die staatliche Unterstützung aus Sicht des Tiernotrufs weit hinter den gesetzlichen Anforderungen zurückbleibt.
1. Rechtliche Pflichten vs. behördliche Realität
Nach Auffassung des Tiernotruf Saarland e.V. wird die gesetzliche Pflicht zur Fundtierversorgung (§§ 965 ff. BGB) durch die Kommunen derzeit unzureichend wahrgenommen.
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Beispiel Völklingen: Eine Meldung über ein gesichertes, eindeutig als Haustier identifizierbares „Altdeutsches Mövchen“ blieb trotz dringender Bitte um Unterbringungszuweisung über 16 Tage unbeantwortet.
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Beispiel Gefahrenabwehr: Berichte über ausgesetzte Hunde, bei denen die Exekutive mangels Unterbringungsmöglichkeiten keine Sicherstellung vornimmt, häufen sich. Aus Sicht des Vereins stellt dies eine besorgniserregende Schwächung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie einen Verstoß gegen die Schutzpflichten aus dem Tierschutzgesetz dar.
2. Kritik an der Ausgrenzung professioneller Strukturen
Ein weiterer massiver Kritikpunkt betrifft die staatliche Fortbildungspraxis, etwa im Umgang mit Wildtieren. Der Tiernotruf Saarland e.V. stellt fest, dass er als strukturierte Einsatzorganisation – trotz nachweisbarer Expertise und professioneller Ausrüstung – bei offiziellen Veranstaltungen regelmäßig nicht berücksichtigt wird.
„Wir nehmen wahr, dass bei der Vergabe von Schulungsplätzen private Einzelpersonen bevorzugt werden, während unsere fachlich fundierte Organisation übergangen wird“, so die Einsatzleitung. Dass der Landestierschutzbeauftragte dieser Praxis aus Sicht des Vereins keine Riegel vorschiebt, wird als verantwortungslos kritisiert. Es entsteht der Eindruck, dass kritische, strukturierte Stimmen zugunsten einer „bequemen“ Verwaltungspraxis gezielt außen vor gelassen werden.
3. Identität und Professionalität des Tiernotrufs
Der Verein betont, dass er kein loses Netzwerk ist, sondern eine strukturierte Einsatzorganisation.
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Erkennbarkeit: Jedes Mitglied trägt einen gelben Warnschutzparka und führt einen offiziellen Vereinsausweis.
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Abläufe: Die Arbeit folgt festen Protokollen und einer klaren Verantwortungsstruktur.
„Wir leisten Arbeit, die eigentlich Aufgabe der öffentlichen Hand wäre. Dass wir dafür nicht nur keine Unterstützung erhalten, sondern teils ignoriert werden, macht uns fassungslos“, erklärt der Verein. Die emotionale Belastung für das Team, das derzeit zusätzlich den schmerzhaften Verlust des langjährigen Begleiters „Julchen“ verkraften muss, ist durch den ständigen Kampf gegen behördliche Mauern an der Belastungsgrenze angekommen.
Forderungen des Tiernotruf Saarland e.V.:
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Reaktionsgarantie: Kommunen müssen auf Fundtiermeldungen unverzüglich reagieren und Unterbringungen zuweisen.
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Transparenz bei Fortbildungen: Fachliche Expertise muss bei der Einladung zu Schulungen das einzige Kriterium sein – nicht politische Bequemlichkeit.
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Aufsichtspflicht: Der Tierschutzbeauftragte muss seiner Rolle gerecht werden und die Einhaltung des Staatsziels Tierschutz gegenüber den Kommunen aktiv einfordern.
Über den Tiernotruf Saarland e.V.: Der Tiernotruf Saarland e.V. ist eine organisierte Einsatzgruppe für Tiernotfälle im Saarland. Mit einheitlichem Auftreten und klaren Strukturen sichert der Verein Tiere, leistet Ersthilfe und fordert die Einhaltung rechtlicher Tierschutzstandards ein.


