Tiernotruf Saarland e.V.
Der Jahreswechsel 2025/2026 verlief aus Sicht des Tiernotruf Saarland e.V. insgesamt erfreulich ruhig und mit einem überwiegend positiven Ergebnis.
Einsätze in der Silvesternacht
In der Nacht vom 31.12.2025 auf den 01.01.2026 waren 10 ehrenamtliche Einsatzkräfte in Bereitschaft. Zusätzlich standen uns zwei externe Unterstützerinnen zur Verfügung, die unsere Arbeit tatkräftig begleiteten:
Anne Reichert und Stefanie Scholer unterstützten uns in unserer internen WhatsApp-Einsatzgruppe bei Koordination, Beratung und Kommunikation. Hierfür möchten wir ausdrücklich unseren größten Dank aussprechen.
Trotz der bekannten Risiken rund um Feuerwerk und Silvesterlärm fällt die Einsatzbilanz in diesem Jahr vergleichsweise positiv aus:
4 entlaufene Hunde konnten gesichert und vollständig wieder zu ihren Familien zurückgebracht werden
4 Vögel mit Anflugtrauma wurden in Überherrn versorgt
zahlreiche Anrufe gingen zu Beratungs- und Sicherungsanfragen ein
am 31.12.2025 und 01.06.2025 – keine getöteten Haustiere durch Verkehrsunfälle, Explosionen oder Feuerwerkskörper. Alle betreuten Tiere konnten stabilisiert werden und haben überlebt. Diese Bilanz betrachten wir als glücklich und zufriedenstellend.
Tragischer Brand in Köllerbach
Einen dunklen Schatten wirft der Hausbrand in Köllerbach, bei dem nach derzeitigen Informationen mehrere Tiere ihr Leben verloren haben. Unser Mitgefühl gilt den betroffenen Menschen und ihren Tieren.
Fund einer toten Elster in Saarbrücken (02.01.2026)
Am 02.01.2026 wurde in Saarbrücken eine tote Elster unmittelbar neben einer Feuerwerksbatterie aufgefunden. Äußerlich waren keine Verletzungen erkennbar.
Aus veterinärmedizinischer Sicht ist hier sehr wahrscheinlich von einem reflektorischen Tod auszugehen.
Medizinische Einordnung – „Reflektorischer Tod“
Bei Vögeln kann es durch extremen akustischen oder visuellen Stress (z. B. laute Explosionen, Lichtblitze, Druckwellen) zu einer massiven Reizung des Vagusnervs kommen. Diese Überstimulation kann reflexartig auslösen:
– plötzlichen Herzstillstand
– Atemstillstand
– Kreislaufkollaps
Der Vogel verstirbt dabei ohne äußere Verletzungen, allein durch den neurokardiovaskulären Schock. Dieses Phänomen ist bei Wildvögeln während Silvester bundesweit regelmäßig nachweisbar.
„Es war nur ein Vogel“ ist daher kein Argument – für uns war es ein Vogel zu viel.
Fazit
Der Jahreswechsel 2025/2026 zeigt, dass Prävention, Bereitschaftsdienst und schnelle Reaktion Leben retten. Gleichzeitig mahnen die Verluste in Köllerbach und der Tod der Elster in Saarbrücken erneut, wie massiv Feuerwerk Tiere belastet – auch dann, wenn es keine sichtbaren Verletzungen gibt.


