Liebe Community,
ich komme nun nicht mehr darum herum, mich öffentlich zur Situation der Wellensittiche in der Voliere im Schillerpark Völklingen zu äußern – und auch entsprechend zu handeln. Uns wurden in den letzten Tagen Videos und Bilder aus der Voliere zugespielt, die den Zustand einzelner Tiere dokumentieren. Auf mindestens einem dieser Aufnahmen war ein Wellensittich zu sehen, bei dem aus fachlicher Sicht akuter Hilfebedarf bestand. Da wir – wie so oft – keinen Zugriff auf die Tiere haben, und weder Hausrecht verletzen noch Straftaten begehen, habe ich den einzig richtigen Weg gewählt:
Ob diese Tätigkeit ehrenamtlich oder entgeltlich ausgeführt wird, ist für mich dabei völlig unerheblich. Ebenso, wie die internen Strukturen organisiert sind. Entscheidend ist einzig und allein: Das Wohl der Tiere. Der heutige Morgen zeigt jedoch ein Ergebnis, das niemand schönreden kann:
Nach allem, was uns vorliegt, ist keine rechtzeitige Hilfe erfolgt. Für mich stellt sich damit die ernsthafte Frage, ob hier die nach dem Tierschutzgesetz gebotene Fürsorgepflicht eingehalten wurde.
Ich betone ausdrücklich:
Bis zum jetzigen Zeitpunkt habe ich immer noch keinen Zugriff auf die Tiere. Genau deshalb werde ich nun nicht weiter öffentlich agieren, sondern den zivilrechtlichen Weg beschreiten, so wie es unsere internen Vorgaben und die rechtliche Lage vorsehen. Was sich hier erneut zeigt, ist ein Muster, das in Völklingen leider kein Einzelfall mehr ist:
Dass von Seiten der Stadt kein aktives Eingreifen erfolgt ist, überrascht mich nicht mehr – es ist inzwischen trauriger Alltag.
Ebenso klar benennen muss ich:
Der örtliche Tierschutzverein, der hier eigentlich seit Jahren Ansprechpartner hätte sein müssen, hat sich nach allem, was bekannt ist, lange Zeit nicht gekümmert. Jetzt, wo Öffentlichkeit entsteht und der Tiernotruf eingeschaltet ist, tauchen plötzlich Akteure auf. Aufmerksamkeit scheint auf einmal möglich – für die Tiere kam sie zu spät.
Und an alle, die jetzt laut werden und behaupten, ich würde „nichts tun“:
Ihr, die jahrelang zugeschaut habt.
Ihr, die Bescheid wussten.
Ihr, die jetzt im Hintergrund bleiben wollen, aber mich gerne wieder als Rammbock vorschieben möchten, weil ihr selbst nicht in der Öffentlichkeit stehen wollt.
Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem gehandelt wird – konsequent, rechtlich sauber und ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten.
Ob mir das erneut den Stempel „Madman“ einbringt, ist mir egal.
Wichtig ist nur eines: Dass dieses Wegsehen endlich ein Ende hat.
Weitere Schritte erfolgen nicht öffentlich, sondern dort, wo sie Wirkung entfalten
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Ja, ich habe gestern gesagt, dass die Dame, die die Voliere betreut, dies mit Herzblut tut.
Und ja, das kann ich weiterhin so sagen.
Aber – und das scheint für manche schwer zu verstehen – Herzblut ersetzt weder Fachkenntnis noch rechtliche Verantwortung noch die Pflicht, bei einem offensichtlich hilfsbedürftigen Tier unverzüglich zu handeln.
Guter Wille schützt kein Tier.
Sympathie heilt keine Krankheit.
Engagement entbindet nicht von Verantwortung.
Der Punkt ist nicht, ob jemand es gut meint, sondern ob im entscheidenden Moment das Richtige getan wurde.
Und das Ergebnis ist leider eindeutig: Der Vogel ist tot.
Wer jetzt versucht, daraus einen persönlichen Angriff oder einen moralischen Widerspruch zu konstruieren, lenkt vom eigentlichen Problem ab.
Es geht hier nicht um eine Person, sondern um ein Systemversagen:
– fehlender Zugriff,
– fehlende Kontrolle,
– fehlende Reaktion.
Und an alle, die jetzt meinen, daraus einen Shitstorm basteln zu müssen:
Wo wart ihr vorher?
Wo wart ihr, als Hinweise kamen?
Wo wart ihr, als Hilfe nötig gewesen wäre?
Im Nachhinein empört zu sein ist einfach.
Verantwortung zu übernehmen, wenn es unbequem wird, offenbar nicht.
Ich stehe zu dem, was ich gesagt habe.
Und ich stehe genauso zu dem, was ich jetzt tue:
Wer damit ein Problem hat, darf das gerne haben.
Die Tiere hatten keine Wahl.


