24/7 Notfall: 06898 3704242 (auch WhatsApp) Tote Wildvögel nicht anfassen!
Kranichzug über dem Saarland · Herbst 2026

Vogelgrippe
H5N1

Was hinter dem Virus steckt, warum gerade Kraniche so stark betroffen sind – und wie Sie helfen, indem Sie auffällige Vögel melden.

Lage im Saarland · Stand 22.10.2026

Der Herbstzug der Kraniche über das Saarland läuft. Die Hauptphase wird Ende Oktober bis Anfang November erwartet. Im Herbst 2025 waren im Saarland die meisten positiv getesteten Wildvögel Kraniche. Die Lage kann sich innerhalb weniger Tage ändern – jede Meldung hilft, einen Ausbruch früh zu erkennen.

Ganz einfach erklärt

Was ist H5N1 überhaupt?

H5N1 ist ein Grippevirus, das eigentlich bei Vögeln zu Hause ist. Umgangssprachlich heißt die Krankheit „Vogelgrippe“, Fachleute sagen Geflügelpest oder Aviäre Influenza („aviär“ = Vögel betreffend).

Man kann es sich so vorstellen: Genau wie es beim Menschen jedes Jahr verschiedene Grippeviren gibt, gibt es auch bei Vögeln viele verschiedene Grippe-Varianten. Die meisten machen Vögel kaum krank. H5N1 gehört aber zu den „hochpathogenen“ Varianten – das bedeutet: Sie macht Vögel sehr schwer krank, und viele Tiere sterben innerhalb weniger Tage.

Das Virus wurde 1996 erstmals in China entdeckt. Seit etwa 2021 ist in Europa eine bestimmte H5N1-Linie das ganze Jahr über in der Wildvogelwelt unterwegs. Besonders im Herbst und Winter, wenn Zugvögel in großen Gruppen reisen und rasten, steigen die Fälle stark an.

Tippen Sie auf die Buchstaben
H5N1

Ein Virus, kein Bakterium

Viren können sich nicht allein vermehren. Sie dringen in Körperzellen ein und bringen diese dazu, neue Viren herzustellen. Antibiotika helfen deshalb nicht.

Hochansteckend

Ein kranker Vogel scheidet riesige Virusmengen über Kot, Speichel und Nasensekret aus. In einem dicht gedrängten Schwarm steckt er schnell viele andere an.

Liebt Kälte

In kaltem Wasser und feuchtem Boden bleibt das Virus wochenlang ansteckend. Das ist ein Grund, warum Herbst und Winter die Hochsaison sind.

Hitze zerstört es

Beim gründlichen Durchgaren (mindestens 70 °C im Kern) wird das Virus sicher zerstört. Auch Seife und Desinfektionsmittel machen es unschädlich.

Infografik: Was ist H5N1? Hochpathogenes Vogelgrippe-Virus. Übertragung über direkten Kontakt, Kot, Sekrete, Wasser und Futter. Symptome bei Vögeln: plötzliche Todesfälle, Atemnot, Abgeschlagenheit, Schwellungen am Kopf, Koordinationsstörungen. Betroffen sind Geflügel, Wildvögel und gelegentlich Säugetiere wie Füchse. Infektionen beim Menschen sind selten.
Das Virus im Überblick – zum Vergrößern antippenGrafik: VOXANIDES
So verbreitet sich das Virus

Vom Zugvogel bis vor die Haustür

Das Virus braucht keine Flugzeuge – es reist mit den Vögeln. Eine Kette, die man verstehen muss, um sie zu unterbrechen:

Zugvögel bringen es mit

Wildvögel tragen das Virus über Tausende Kilometer – teils, bevor sie selbst krank werden.

Rastplätze als Drehscheibe

An Seen, Feldern und Schlafplätzen stehen Tausende Vögel dicht an dicht. Ideal für das Virus.

Kot & Wasser

Ausscheidungen verunreinigen Gewässer, Wiesen und Äcker – andere Vögel nehmen das Virus auf.

Geflügel im Garten & Stall

Über Schuhe, Futter, Einstreu oder direkten Kontakt kann es in Hühner-, Enten- und Gänsehaltungen gelangen.

Aasfresser

Füchse, Greifvögel, Krähen, aber auch Katzen und Hunde können sich anstecken, wenn sie tote Vögel fressen.

Infografik: Die wichtigsten Wildvogelgruppen bei H5N1. Enten und Gänse als Reservoirwirte mit Verbreitung über Zugwege. Schwäne sehr anfällig mit hoher Sterblichkeit. Kraniche mit massenhaften Ausbrüchen durch enge Schlafplätze. Greifvögel und Aasfresser infizieren sich über Kadaver. Seevögel und Koloniebrüter mit schneller Ausbreitung in dichten Brutkolonien.
Welche Wildvögel besonders betroffen sindGrafik: VOXANIDES
Warum gerade Kraniche?

Die „Vögel des Glücks“ in großer Gefahr

Jeden Herbst ziehen Hunderttausende Kraniche aus Skandinavien und Osteuropa nach Frankreich und Spanien. Eine ihrer Hauptrouten führt direkt über das Saarland.

  • Enges Beisammensein: Kraniche schlafen und rasten in riesigen Gruppen. Erkrankt ein Tier, ist die ganze Gruppe gefährdet.
  • Kaum Abwehrkräfte: Anders als manche Enten und Gänse hatten Kraniche bisher wenig Kontakt mit dem Virus – ihr Immunsystem kennt es kaum.
  • Erschöpfung durch den Zug: Der lange Flug kostet enorm Kraft. Geschwächte Tiere landen oft dort, wo sie es eigentlich nicht tun würden – auf Äckern, Straßen, in Gärten.
≈ 40.000
Kraniche starben im Herbst 2025 schätzungsweise entlang der westeuropäischen Zugroute (NABU)
≈ 1/10
so viel macht das etwa am Bestand auf dieser Route aus
33
positiv getestete Wildvögel im Saarland im Herbst 2025 – überwiegend Kraniche (LAV)
Okt–Nov
Hauptzugzeit über dem Saarland – genau jetzt

Zahlen zum Herbst 2025 aus Veröffentlichungen von NABU und Landesamt für Verbraucherschutz Saarland. Nur ein kleiner Teil der toten Tiere wird überhaupt untersucht – die echten Zahlen liegen vermutlich höher.

Woran erkenne ich einen Kranich?

Kraniche werden oft mit Graureihern verwechselt. Die sichersten Merkmale: der rote Scheitel, die schwarz-weiße Kopfzeichnung und im Flug der lang gestreckte Hals – Reiher fliegen mit eingezogenem Hals.

Infografik: Erkennungsmerkmale des Kranichs. Roter Scheitel und schwarz-weiße Gesichtszeichnung, graues Gefieder, schwarze buschige Schirmfedern über dem Schwanz, langer spitzer Schnabel, lange dunkle Beine. Im Flug langer gestreckter Hals, Beine ragen weit nach hinten. Groß und langbeinig, lebt an Schilf und Feuchtwiesen.
Erkennungsmerkmale im Stand und im FlugGrafik: VOXANIDES
Anzeichen

Woran erkenne ich einen kranken Vogel?

H5N1 greift bei Vögeln häufig das Nervensystem an. Typisch ist deshalb ein auffälliges, „falsches“ Verhalten. Ein gesunder Kranich hält großen Abstand zum Menschen – lässt er Sie nahe herankommen, stimmt etwas nicht.

Dreht sich im KreisLäuft oder schwimmt in Kreisen, torkelt, fällt um.
Verdrehter Kopf oder HalsKopf hängt, ist schief, nach hinten gebogen oder zittert.
Keine ScheuFlüchtet nicht, obwohl Menschen oder Hunde ganz nah sind.
TeilnahmslosSitzt aufgeplustert, die Augen halb geschlossen, reagiert kaum.
Kann nicht fliegenFlügel hängen, Fluchtversuche scheitern, Tier bleibt auf dem Boden.
AtemnotAtmet mit offenem Schnabel, keucht, Nasenausfluss.
Trübe oder verklebte AugenAugen trüb, gerötet oder verkrustet.
Mehrere tote VögelMehrere tote Tiere an einer Stelle sind immer ein Alarmzeichen.
Plötzlicher TodOft sterben Tiere schnell, ohne dass man vorher viel bemerkt.
Infografik: Symptome von H5N1 bei Vögeln. Apathie und Schwäche, gesträubtes Gefieder, Atembeschwerden und Husten, Ausfluss aus Schnabel und Augen, neurologische Störungen, plötzlicher Tod. Kraniche wirken apathisch und neurologisch betroffen. Verdacht sofort melden.
Typische Krankheitszeichen auf einen BlickGrafik: VOXANIDES

Wichtig: Diese Anzeichen können auch andere Ursachen haben (z. B. Verletzung, Vergiftung, Erschöpfung). Ob es wirklich H5N1 ist, kann nur ein Labor feststellen. Genau deshalb sind Meldungen so wichtig.

Schnell-Check: Soll ich melden?

Keine Panik – aber Vorsicht

Wie gefährlich ist das für Menschen & Haustiere?

Für die allgemeine Bevölkerung in Deutschland gilt das Risiko derzeit als gering. Ansteckungen von Menschen sind weltweit selten und fast immer nach sehr engem, ungeschütztem Kontakt mit kranken Tieren passiert. Trotzdem gilt: Fachleute beobachten das Virus genau, weil es sich verändern kann.

Gering

Menschen

Spazierengehen, Kraniche beobachten, Vögel fotografieren – alles unbedenklich, solange Sie Abstand halten und nichts anfassen.

Wer nach Kontakt zu einem kranken oder toten Vogel Fieber, Husten oder Augenentzündung bekommt, sollte die Hausarztpraxis anrufen und den Tierkontakt erwähnen.

Aufpassen

Hunde & Katzen

Säugetiere können sich anstecken, wenn sie tote oder kranke Vögel fressen oder beschnüffeln. Katzen erkranken besonders schwer.

  • Hunde in Rastgebieten und an Gewässern anleinen
  • Freigänger-Katzen im Blick behalten
  • Kein rohes Geflügel verfüttern
Hoch

Hühner, Enten, Gänse

Für gehaltenes Geflügel ist H5N1 hochgefährlich – auch für die drei Hühner im Garten. Bei Ausbrüchen ordnen Behörden oft eine Stallpflicht an.

  • Füttern und tränken nur im Stall bzw. abgedeckt
  • Eigene Stallschuhe nutzen
  • Plötzliche Todesfälle sofort dem LAV melden
Richtig handeln

Sie haben einen toten oder kranken Vogel gefunden?

1

Abstand halten

Mindestens einige Meter. Nicht anfassen, nicht aufheben, nicht „mal eben“ in den Karton setzen.

2

Haustiere fernhalten

Hund sofort anleinen, Kinder fernhalten. Auch nicht mit den Schuhen in Kot oder Federn treten.

3

Foto & Standort festhalten

Aus sicherer Entfernung fotografieren. Notieren oder per Handy erfassen, wo genau der Vogel liegt.

4

Melden

Nutzen Sie unser Meldeformular. Tote Kraniche, Wasservögel, Greifvögel oder mehrere tote Vögel bitte auch direkt beim Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) melden – das LAV entscheidet über eine Laboruntersuchung.

5

Hände waschen

Gründlich mit Seife. Schuhsohlen zu Hause abwaschen, bevor Sie in die Nähe eigener Vögel kommen.

Bitte nicht!

  • Tote Vögel selbst einsammeln oder entsorgen
  • Kranke Kraniche oder Schwäne einfangen oder mit nach Hause nehmen
  • Lebende kranke Wildvögel in eine Tierarztpraxis, Pflegestelle oder Auffangstation bringen, ohne vorher anzurufen
  • Füttern oder Wasser hinstellen
  • Den Fund in sozialen Netzwerken mit genauer Ortsangabe teilen – das lockt Schaulustige an
Lebender, kranker Vogel?
Rufen Sie zusätzlich zur Meldung unsere Notfallnummer 06898 3704242 an. Ob und wie wir ausrücken, entscheiden wir nach Lage – auch, um andere Tiere in Pflegestellen und Auffangstationen zu schützen.
Ihre Beobachtung zählt

Kranich oder Wildvogel melden

Je schneller wir von einer Häufung erfahren, desto schneller können Behörden reagieren und weitere Tiere geschützt werden. Das Formular dauert etwa zwei Minuten.

Meldung Vogelfund

Pflichtfelder sind mit * markiert
1Welcher Vogel? *
2Zustand & Anzahl *
3Wo genau? *
Oder tippen Sie in der Karte auf die Fundstelle.
4Weitere Angaben
Nur aus sicherer Entfernung fotografieren!
Vorschau des Fotos
5Ihre Kontaktdaten

Damit wir bei Rückfragen anrufen können – z. B. um die Fundstelle genau zu finden. Telefon oder E-Mail genügt.

Diese Meldung löst keinen automatischen Einsatz aus. Bei lebenden Tieren in Not rufen Sie bitte zusätzlich 06898 3704242 an.

Danke für Ihre Meldung!

Ihre Vorgangsnummer:

–

Bitte notieren Sie die Nummer für Rückfragen. Bei toten Kranichen, Wasser- oder Greifvögeln denken Sie bitte auch an die Meldung beim LAV: 0681 9978-4500.

Mythen & Fakten

Häufige Fragen

Rund um die Vogelgrippe kursieren viele Gerüchte. Hier die wichtigsten Antworten in Kurzform.

Falsch. Geflügel aus Beständen mit Vogelgrippe kommt nicht in den Handel. Zusätzlich gilt die normale Küchenhygiene: Geflügel und Eier gut durchgaren, rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln verarbeiten, Hände waschen. Hitze zerstört das Virus zuverlässig.

Nein. Ein einzelner toter Singvogel im Garten ist meist ein ganz normaler Teil der Natur (Katze, Fensterscheibe, Alter). Aufmerksam sollten Sie werden bei Kranichen, Wasservögeln (Schwäne, Gänse, Enten), Greifvögeln, Möwen, aasfressenden Vögeln – und immer dann, wenn mehrere tote Vögel an einer Stelle liegen.

Ja – mit Abstand. Bitte stören Sie rastende Kraniche nicht: Jedes Aufscheuchen kostet die Tiere Energie, die sie für den Zug brauchen. Geschwächte Tiere werden dadurch zusätzlich belastet. Hunde an der Leine lassen, auf den Wegen bleiben.

Ihre Meldung geht direkt an unser Team. Wir sichten sie, ordnen die Lage ein und stimmen uns bei Verdachtsfällen mit den zuständigen Stellen ab. Ob ein Tier abgeholt und im Labor untersucht wird, entscheidet das Landesamt für Verbraucherschutz (LAV). Deshalb bitten wir Sie, tote Kraniche und Wasservögel zusätzlich direkt dort zu melden.

Das hängt von der Lage ab. Bei Verdacht auf Vogelgrippe gelten besondere Schutzregeln – für unsere Einsatzkräfte und vor allem für die anderen Tiere in Pflegestellen und Auffangstationen. Wir entscheiden im Einzelfall und in Absprache mit den Behörden. Ein Anruf unter 06898 3704242 ist bei lebenden Tieren immer richtig.

Kleine Singvögel spielen bei H5N1 bisher kaum eine Rolle. Wichtig ist Hygiene: Futterstellen sauber halten, Futter trocken anbieten, Futterhäuschen regelmäßig reinigen. Wasservögel (Enten, Gänse, Schwäne) an Teichen sollten dagegen grundsätzlich nicht gefüttert werden – das lockt viele Tiere eng zusammen.

Auch Hobbyhaltungen müssen beim Veterinäramt angemeldet sein (im Saarland: LAV). Halten Sie Wildvögel vom Futter und Wasser fern, nutzen Sie getrennte Stallschuhe und melden Sie plötzliche Todesfälle oder starken Leistungsabfall sofort. Wenn das LAV eine Stallpflicht anordnet, ist diese verbindlich.

Für Wildvögel wie Kraniche gibt es keine praktikable Impfung – sie lassen sich nur schützen, indem Ausbrüche früh erkannt und Störungen vermieden werden. Für Geflügel und für Menschen werden Impfstoffe entwickelt und teils eingesetzt; die normale saisonale Grippeimpfung schützt nicht vor H5N1.
Wichtige Nummern

Ansprechpartner

Tiernotruf Saarland e.V.
06898 3704242
24/7, auch WhatsApp · office@tiernotrufsaarland.de
Landesamt für Verbraucherschutz (LAV)
0681 9978-4500
vogelgrippe@lav.saarland.de
Zuständig für tote Wildvögel & Geflügel
Melden