Am Sonntag, den 11.01.2026, gegen 12:00 Uhr, erreichte den Tiernotruf Saarland e.V. ein Hilferuf aus Schmelz-Hüttersdorf. In der Bettingerstraße, Höhe Hausnummer 34, sollte sich ein vermutlich verletzter Graureiher (anfänglich als „Kranich oder Graureiher“ gemeldet) aufhalten. Aufgrund der geschilderten Situation wurde umgehend ein Teammitglied entsandt.
Vor Ort musste jedoch festgestellt werden, dass sich der Vogel nicht mehr an der gemeldeten Stelle befand. Nach Angaben der Finderin war bereits gegen 10:00 Uhr die Polizei vor Ort, hatte den Vogel auch gesehen, konnte ihn jedoch nicht sichern. Warum der Tiernotruf Saarland e.V., der auf die Sicherung und den Transport solcher Großvögel spezialisiert ist, erst zwei Stunden später verständigt wurde, erschließt sich uns leider nicht.
Zusätzlich wurde berichtet, dass sich der Vogel bereits seit über einer Woche in diesem Bereich aufhält. Sollte – wie sich später bestätigte – tatsächlich eine Verletzung vorgelegen haben, ist ein solch langer Zeitraum für ein Tier dieser Größe und dieses Energiebedarfs eine massive Belastung und kann schnell lebensbedrohlich werden.
➡️ Ergebnis dieses ersten Einsatzes:
Eine 60-Kilometer-Fahrt ins Leere, vollständig aus eigener Tasche finanziert – ohne dass dem Tier in diesem Moment geholfen werden konnte.
Der Melderin wurde anschließend detailliert erklärt, wie sie im Falle einer erneuten Sichtung vorgehen sollte.
Kurze Zeit später wurde der Graureiher erneut gesichtet und wir erhielten wieder eine Meldung. Bei unserem Eintreffen befand sich bereits ein weiteres Team einer anderen Organisation vor Ort. Es wurde gemeinsam nach dem Vogel gesucht, dieser war jedoch nicht auffindbar.
Heute erreichte uns dann erneut eine Meldung: Ein Graureiher wurde nur wenige hundert Meter vom gestrigen Fundort entfernt wieder gesehen. Daraufhin machte sich erneut ein Teammitglied des Tiernotruf Saarland e.V. auf den Weg – und diesmal konnte der Vogel endlich gesichert werden.
Der Graureiher wurde umgehend tierärztlich versorgt und in die Tierklinik Elversberg gebracht.
Nach aktueller Einschätzung des vorhandenen Meldebildes besteht der Verdacht auf eine Fraktur des Oberarms (Flügel) oder – im besten Fall – eine Luxation, vermutlich verursacht durch einen Aufprall.
Einen Vogel dieser Größe mit einer solchen Verletzung über rund eine Woche unbehandelt in der Umwelt zu belassen, ist für das Tier eine enorme Belastung und mit erheblichen Schmerzen verbunden.
⚠️ Unser dringender Appell:
Wenn ihr verletzte Großvögel wie Graureiher, Schwäne, Störche oder Kraniche seht, ruft bitte sofort den Tiernotruf Saarland e.V. an.
Wir sind auf diese Tiere spezialisiert, verfügen über die notwendige Ausrüstung, Erfahrung und Transportmöglichkeiten, um schnell und tierschutzgerecht helfen zu können.
Jede Verzögerung kostet Zeit – und Zeit kostet Leben.
Tiernotruf Saarland e.V. – Sichern · Retten · Versorgen · Schützen – #TNRSL #TierAidSL #TierSOSSL




